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Let´s go west - Markenschutz in den USA Teil II

Das Geschäft rund um den Ball – Teil I

Von Prinz Karneval zu Prinz Poldi


von Rechtsanwalt Dr. Volker Herrmann

Mit Update (Januar 2006): Poldi gehört jetzt Poldi

Im Juni 2004 kam die Kölner Sturmhoffnung Lukas Podolski zu seinem ersten Einsatz in der Nationalmannschaft. Etwa zeitgleich wurde bekannt, dass der 1. FC Köln den von der Kölner Presse ins Leben gerufenen Namen „Prinz Poldi“ als Marke beim Deutschen Patent- und Markenamt in München hat eintragen lassen. Wir nehmen diese recht kuriose Markenanmeldung zum Anlass, das Geschäft rund um den Ball einmal in einer neuen Serie näher zu betrachten.

Der Linienrichter beim MarkenamtWem gehört eigentlich so ein Spitzname? Welche Schutzrechte können die Protagonisten des Fußballs in Anspruch nehmen? Kann ein Spieler seine Persönlichkeitsrechte „verkaufen“? Ist es erlaubt, die neueste Spielversion einer Software nach einem berühmten Spieler zu benennen? Mehr dazu hier und in folgenden Teilen unsere kleinen Serie.

Doch zurück zu Lukas Podolski: schon frühzeitig taufte die Kölner Presse den Bergheimer Stürmer als „Prinz Poldi“. Wahrscheinlich hatte man sich seinerzeit vom allseits bekannten kölschen Prinz Karneval inspirieren lassen. Ob sich dieser Spitzname über die Presse hinaus durchsetzen wird, ist noch nicht absehbar. Verbreitet wird Podolski zumeist einfach nur „Poldi“ oder auch „Luke“ genannt, während aber schon die ersten Fanartikel mit der Beschriftung „Prinz Poldi“ verkauft werden. So ließ der 1. FC Köln anlässlich der EM in Portugal eigens T-Shirts mit dem Schriftzug „Prinz Poldi“ verkaufen.

Diese Art der Vermarktung des Namens könnte auch der Hintergrund der Markenanmeldung sein. Denn es war der 1. FC Köln und nicht etwa Podolski selbst, der „Prinz Poldi“ als Wortmarke eintragen ließ. Offenbar hatte es man beim 1. FC Köln auch besonders eilig und ließ die Marke innerhalb weniger Wochen im Beschleunigungsverfahren eintragen. Die Eintragung erfolgte für die Klassen 25, 28 und 41. Erfasst werden hierdurch beispielsweise Bekleidungsstücke, Schuhwaren, Spielzeug sowie sportliche und kulturelle Aktivitäten. Für diese Bereiche genießt die Bezeichnung jetzt also den besonderen markenrechtlichen Schutz.

Besonders auffällig ist, dass der 1. FC Köln diese Eintragung vornehmen ließ. Naheliegend wäre es eigentlich gewesen, wenn Podolski selbst dies getan hätte. Das Recht an seinem eigenen Namen steht natürlich in erster Linie dem Spieler Podolski selbst zu. Dieses Namensrecht dürfte wohl auch die spitznamenmäßige Abwandlung „Prinz Poldi“ mit umfassen. Nach Berichten in der Kölner Presse war Podolskis Management auch dementsprechend über die Markenanmeldung überrascht.

Das Recht an dem eigenen Namen und das Recht an der Marke „Prinz Poldi“ sind zwar grundsätzlich zwei verschieden Paar (Fußball-)schuhe. Sicherlich wird Podolski aber an der Vermarktung seines Namens profitieren wollen und nach Presseberichten wollen sich der Verein und Podolski auch über die Frage der Vermarktung möglichst rasch einigen. Es zeigt sich aber, dass die „Marke“ eines Fußball-Profis durchaus schutzfähig ist und der Fußballer eine Beeinträchtigung seiner Rechte nicht ohne weiteres hinnehmen muss.

Es bleibt abzuwarten, ob das Beispiel Podolski Schule machen wird und demnächst auch andere Spitznamen beim Markenamt angemeldet werden. Vielleicht folgen dann bald die Marken „Tante Käthe“, „Kobra Wegmann“ oder „Zecke Neuendorf“.

Update Januar 2006: Poldi gehört jetzt Poldi

Die von uns oben aufgeworfene Frage, warum die Marke "Prinz Poldi" nicht auf Lukas Podolski selbst eingetragen wurde, haben sich Podolski und sein Management zwischenzeitlich wohl auch selbst gestellt. Die Wortmarke "Prinz Poldi" gehört mittlerweile dem Spieler selbst und der 1. FC Köln wird im Markenregister nicht mehr als Markeninhaber geführt.

Auch die Wort-Bildmarke "LP10", mit der Podolski seine aktuelle Kollektion ziert, gehört mitterweile Prinz Poldi selbst. Mit Wirkung zum November 2005 hat Podolski auch diese Marke vom 1. FC Köln auf sich übertragen lassen und das offizielle Markenregister weist jetzt "Podolski, Lukas, Mönchengladbach" als Markeninhaber aus.

Ein Schelm, wer bei diesen Änderungen an weitergehende (Wechsel-)absichten des Spielers denkt. Ob allerdings die Marke "Prinz Poldi" auch in südlichen Gefilden seine Wirkung entfalten wird, kann bezweifelt werden. Für den Fall, dass Podolski seinen Arbeitgeber wechseln sollte, darf man auf neue Markenanmeldungen des Spielers gespannt sein. Vom "Lederhosen-Poldi" bis zum "Nordseeküsten-Prinz" sind der Phantasie keine Grenzen gesetzt...

Lesen Sie auch Teil II unserer Serie: Oliver Kahn gegen die Welt der Computerspiele

 

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