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Die Vuvuzela als Marke - Furzgeräusche aus der Hölle

von Rechtsanwalt Dr. Volker Herrmann


Die Fußball-Weltmeisterschaft in Südafrika 2010 wirft ihre Schatten voraus. Wie schon fast traditionell vor großen Sportereignissen gibt es auch diesmal die ersten rechtlichen Auseinandersetzungen rund um die Fußball-WM. Während es vor dem Sommermärchen 2006 noch die eigentümliche Ticket-Vergabe sowie die ungelieRechtsanwalt Beratung Markenrecht Vuvuzela Düsseldorf Abmahnungbte Marke „WM 2006“ waren, sind es nunmehr die in den südafrikanischen Stadien verwendeten Vuvuzela-Trompeten, welche den rechtlichen Reigen eröffnen.

Die Vuvuzela ist spätestens seit dem Confederation Cup in aller Munde. Dieses trompetenartige Blasinstrument ist bei Fußballspielen in Südafrika äußerst populär und sorgt über weite Strecken des Spiels für einen entsprechenden Hintergrundlärm. Der Berliner Tagesspiegel widmete der Vuvuzela sogar eine entsprechende Story unter der Überschrift „Furzgeräusche aus der Hölle“. In einem BBC-Bericht äußerte der Reporter während des Confederation Cups, die Vuvuzela höre sich an wie "a duck on speed".

Die notorischen Hintergrundgeräusche beim Confederation Cup sorgten dafür, dass umfassend über das Phänomen der Vuvuzela in Presse, Funk und Fernsehen berichtet wurde und eine intensive Diskussion unter den TV-Zuschauern ausbrach, da man sich von den Geräuschen belästigt fühlte. Sogar FIFA-Präsident Sepp Blatter fühlte sich zu einem Interview genötigt, indem er sich gegen ein Verbot der Vuvuzela in den WM-Stadien aussprach.

Laut Internet-Lexikon Wikipedia handelt es sich bei der Vuvuzela um ein Blasinstrument und ein Symbol des südafrikanischen Fußballs. BereitFachanwalt Abmahnung Rechtsberatungs 2004 hielt der damalige südafrikanische Staatspräsident Nelson Mandela eine Vuvuzela in die Kameras, als seinerzeit über die Vergabe der Fußball-Weltmeisterschaft entschieden wurde.

Eine Düsseldorfer Firma hat die Vuvuzela nunmehr als Geschäftsfeld für sich entdeckt und mahnt derzeit aus einer Vuvuzela-Marke ab. Die Firma beruft sich dabei auf eine EU-Marke „Vuvuzela“, welche seit dem Jahr 2005 eingetragen ist. Hierdurch soll Dritten untersagt werden, solche Plastik-Trompeten unter der Bezeichnung „Vuvuzela“ zu vertreiben.

Angesichts dessen, dass die Vuvuzela nicht nur in Kreisen von Fußballfans mittlerweile bekannt ist und als Symbol für die WM 2010 steht, wird diese EU-Marke sicherlich noch für heftige Diskussionen nicht nur in Fußballkreisen sorgen. So entschied das für Markenangelegenheiten zuständige Schweizer Bundesverwaltungsgericht für eine in der Schweiz für Musikinstrumente vorgenommene Markenanmeldung „Vuvuzela“, dass der Begriff in weiten Teilen der Bevölkerung bereits allgemein bekannt war und gerade auch im Hinblick auf die WM 2010 freihaltebedürftig ist.

Eine entsprechende Markeneintragung für „Musikinstrumente“ lehnte das Schweizer Gericht daher folgerichtig ab.

Die WM 2010 wirft also ihre rechtlichen Schatten voraus und man darf gespannt sein, ob eine Vuvuzela auch weiterhin Vuvuzela genannt werden darf. Hierüber und - wie seit den letzten Europa- und Weltmeisterschaften gewohnt - über andere rechtliche Auseinandersetzungen rund um die WM werden wir an dieser Stelle weiter berichten.

Sollten auch Sie betroffen sein, stehen wir bei Beratungsbedarf und Presseanfragen gerne zur Verfügung.